participate

proclamate

Erster langsamer Marsch zur Unterstützung von Nicolas Presti in Genf

In Genf gehen heute etwa 18 Sympathisant:innen von Renovate Switzerland in einem bewusst langsamen Tempo die Strasse entlang und verweisen damit auf die Langsamkeit der Schweizer Regierung, ernsthafte Massnahmen gegen die Klimakrise zu ergreifen. Dieser Marsch ist der erste einer Reihe von 9 Märschen innerhalb von 10 Tagen. Er ist ein Echo auf die Gefängnisstrafe von Nicolas Presti, auch bekannt als «Nikoko», weil er eine Klima-Aktion gefilmt hatte, ist er zwei Monate lang inhaftiert.

Im Jahr 2017 ratifizierte die Schweiz das Pariser Abkommen zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5°C und verpflichtete sich damit, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null zu reduzieren. Zu Beginn des Jahres 2024 sind wir bereits bei einem Anstieg von 1,2°C. Trotz dieser kritischen Situation ist ein Klima-Aktivist seit nunmehr 24 Tagen in Haft. Besorgte Bürger:innen gehen im Schritttempo, um diese Unsinnigkeit anzuprangern, und fordern ihre Politiker:innen auf, dringende Massnahmen zu ergreifen, um ihr Leben zu schützen.

Zitat von Natalie, 61 Jahre alt, Kleinkindpädagogin: 

« Wir haben nur ein Haus, das ist die Erde. Ich bin heute hier, weil ich nicht mehr weiss, was ich tun soll. Ich finde, es ist hoffnungslos, es geht nicht voran. Die UNO hat vorausgesagt, dass es mehr als 500 Naturkatastrophen pro Jahr geben wird, und wir sehen wie sie zunehmen, in der Welt und bei uns. Unser Bundesrat sollte seine Verantwortung übernehmen und sagen: Das ist was Priorität hat, dieses gemeinsame Haus bewohnbar zu erhalten! Es würde mir schwer fallen, in den Spiegel zu schauen, wenn ich alles aufgeben würde. Je mehr Zeit vergeht, desto dringender ist es, etwas zu tun und deshalb bin ich hier, um Nikoko zu unterstützen ! »

Eine Stimme aus dem Gefängnis, die zum Handeln aufruft

Zitat von Célia, 30 Jahre alt, Studentin der Umweltwissenschaften:

« Ich habe Nikoko zusammen mit über 130 anderen Personen begleitet, als er am 12. Dezember letzten Jahres ins Gefängnis ging. Im Gespräch mit ihm wurde mir klar, dass er damit die Legitimation zeigen will, die damit einhergeht, wenn wir unsere Gesellschaft retten und zukünftige Generationen vor der Klimakrise schützen wollen. Was wir tun, ist legitim, denn angesichts der Langsamkeit bezweifle ich, dass die derzeitig legalen Wege reichen, um wirklich auf die Klimakrise zu reagieren. Die Justiz wendet Massnahmen an, die darauf abzielen, Bürger:innen von der Mobilisierung abzuhalten und wertvolle Zeit zu verschwenden. Ich glaube an die Kraft des zivilen Widerstandes, um die Linien zu verschieben. Nikokos Gefängnisaufenthalt hat mich ermutigt, wieder an einer Aktion teilzunehmen. »

« Von der Strafanstalt Plaines de l’Orbe aus nimmt Nikoko wöchentlich einen Podcast auf, um seinen Kampf auch ausserhalb der Gefängnismauern lebendig werden zu lassen: «In kaum zwölf Stunden in diesem Gefängnis habe ich schreckliche Geschichten gehört: Männer, die Frauen getötet haben, die andere Männer getötet haben, andere, die mit Sprengstoff handelten. Aber ich habe nur das Ankleben des IPCC-Berichts an das Kanzleramt in Lausanne gefilmt! Ich habe auf eine Tatsache hingewiesen, die heute von der Wissenschaft einvernehmlich bewiesen ist: Die Tatsache der Klimakrise. Das ist der Grund, warum ich hier bin. Und ich werde es nicht vergessen. »

8 langsame Märsche sind bis 14. Januar geplant

Getragen von diesem Schwung lädt Renovate Switzerland möglichst viele Personen dazu ein, in den gewaltfreien zivilen Widerstand zu gehen, um den Bundesrat mit seiner Verantwortung zu konfrontieren, damit er Sofortmassnahmen wie die thermische Sanierung aller Gebäude bis 2030 umsetzt. In den nächsten Tagen werden in der Westschweiz 8 langsame Märsche stattfinden.

Nach oben