participate

proclamate

Die Walliser Polizei verhindert eine friedliche Demonstration in Sitten

Heute Morgen gegen 10 Uhr trafen sich rund 20 SympathisantInnen von Renovate Switzerland im Parc de Planta in Sion, um einen Slow March durch die Strassen der Walliser Hauptstadt vorzubereiten. Eine Stunde später wurden sie von neun Polizisten angehalten, die auf Anweisung des Stadtpräsidenten von Sitten ihre Identität kontrollierten, ihre Sachen durchsuchten und das gesamte Material konfiszierten. Verletzt wurde dadurch das Recht auf freie Meinungsäusserung und Versammlungsfreiheit verletzt.

Zitat von Dylan Pouilly, 26, Erzieher, der heute Morgen aus Genf angereist war, um an dem Slow March teilzunehmen: „In einer Demokratie und vor allem in einem Dürrezustand wie dem, den wir gerade erleben, scheint es legitim, an einer friedlichen Demonstration teilzunehmen, um daran zu erinnern, dass wir uns mitten in einem Klimanotstand befinden.“

Gewaltfreies Demonstrieren ist ein menschliches und demokratisches Recht

Das Demonstrationsrecht, die Versammlungsfreiheit und das Recht auf freie Meinungsäusserung werden durch die Europäische Menschenrechtskonvention und die Erklärung der Vereinten Nationen zum Schutz von den Menschenrechtsverteidigern geschützt. Eine Demonstration von einer Genehmigung abhängig zu machen, ist keine rechtmässige Einschränkung und verstösst gegen das Völkerrecht. Die Demonstration war am Vortag bei den Behörden angemeldet worden. Laut Amnesty Schweiz ist es bei einer Demonstration die Pflicht der Polizei, die Demonstrant:innen zu schützen und dafür zu sorgen, dass ihre Botschaften gehört und gesehen werden können.

Angesichts der Repression gibt es nur eine Option: die gewaltfreien Aktionen fortsetzen

Die repressive Intervention der Walliser Polizei hat die Sympathisant:innen von Renovate Switzerland nicht entmutigt, im Gegenteil. Zwölf von ihnen besetzten gegen 14.45 Uhr den Rathausplatz in Sitten. Ihre Botschaft: Die Wahl zwischen dem Erleiden extremer Hitzewellen und dem langsamen Tod oder der Verhaftung ist eindeutig. Sie rufen ihre Mitbürger:innen auf, sich ihnen anzuschliessen, denn nur sie können etwas bewirken. Es würde genügen, wenn sich 1% der Bevölkerung zivilen Widerstand leisten, um die Schweiz zu verändern und die Zukunft von uns allen zu bewahren. Gewaltfreie Aktionen sind den ganzen Sommer über geplant. Dies, solange die Regierung die absolute Notlage, in der wir uns befinden, nicht ernst nimmt.

Zitat von Antoine Mayerat, 64, Osteopath: „Das Wallis trocknet aus. Die Wasserreserven sind ausgetrocknet und die Hitzewellen werden immer häufiger und länger. Anfang Juli erlebte unser Planet die sieben heissesten Tage, die je gemessen wurden. Diese Klimakatastrophe ist erst der Anfang, sie breitet sich mit erschreckender Geschwindigkeit aus und bedroht unsere Gesundheit, unsere Ernährungssicherheit und unsere Zukunft.“

Nach oben