1 Woche, 3 Aktionen. Und du an unserer Seite?

Die Zeit vergeht. Am 19. März 2022 erhielt Frau Sommaruga von Renovate Switzerland eine klare, einleuchtende, wirkungsvolle und zugleich rechtschaffene Forderung gegen die Klimakrise: die thermische Sanierung von einer Million Gebäuden in der Schweiz. Dies würde Arbeitsplätze schaffen, die Abhängigkeit von Gas und Öl verringern und vor allem, als Bonus für die Regierung, den CO2-Ausstoss senken, der die Zukunft der Bevölkerung bedroht.

Weil keine konkrete Antwort kam, blockierten 16 Sympathisanten der Kampagne daraufhin im April viermal Autobahnen. In diesem Sommer blieb der Bundesrat trotz der Mahnungen der Sympathisanten und vor allem trotz der extremen Wetterphänomene, die in der Schweiz und im Ausland auftraten, untätig.

Wir haben keine Zeit mehr angesichts der Notsituation. Für die Unterstützer von Renovate Switzerland gibt es also keine andere Wahl, als sich diesen Monat wieder auf den Weg zu machen – mit mehr Leuten und länger.

Ein Oktober, der stark beginnt

Am vergangenen Dienstag waren es vier, die sich mit einer Autobahnblockade in der Nähe des Maladière-Stadions in Lausanne auf den Weg machten. Unter ihnen war auch Guillermo Fernandez, den ihr vielleicht kennt, weil er im letzten Winter einen Hungerstreik für das Klima durchgeführt und gewonnen hat.

Heute klebe ich mich an eine Autobahn, weil es die Pflicht eines Staatsbürgers ist, von unserer Regierung gehört zu werden. Auch ist es die Pflicht von Eltern, unsere Regierung aufzufordern, dass sie alles Mögliche tut, um die Zukunft unserer Kinder zu schützen.“

Schon zu viele Eltern teilen die gleichen Sorgen. Sarah, eine Mutter von zwei Kindern, sagte: „Ist es zu viel verlangt, dass meine Kinder eine Zukunft haben?“ Sie nahm an der zweiten Aktion teil, die am Freitag auf der Chaudron-Brücke im Zentrum von Lausanne durchgeführt wurde.

Und nur einen Tag später, am Samstagnachmittag, unterbrachen sechs mutige Bürgerinnen und Bürger für über eine Stunde den Verkehr auf der Hardbrücke in Zürich, unterstützt und bejubelt von Fussgängern und Radfahrern. Ein Passant nahm sogar spontan für einige Sekunden den Platz eines Teilnehmers der Aktion ein, bevor auch er von der Polizei weggetragen wurde. Trotz des Unmuts einiger Autofahrer konzentrierten sich die Aktionsteilnehmer, wie David, auf das Wesentliche:

Ich hasse es, Leute zu stören und ich habe grosse Angst, dass die Leute mich hassen werden. Aber was ich noch weniger ausstehen kann, ist zuzusehen, wie die Welt untergeht, während ich die Hände in den Schoss lege. Wenn ich sehe, dass die politischen Massnahmen in der Schweiz der Katastrophe absolut nicht gewachsen sind, betrachte ich es als meine Bürgerpflicht, aktiv zu werden.“

Wie schon angekündigt: wenn der Bundesrat immer noch nicht angemessen reagiert, werden die Aktionen weitergehen, länger und häufiger als im April. Denn trotz der Verhaftungen bleibt der zivile Widerstand ein legitimes Instrument, das allmählich von einigen Politikern, aber auch von Justizprofis (z.B. Avocat·e·s pour le climat) anerkannt wird. In England wurden diese Woche achtzehn Sympathisanten von Insulate Britain (eine ähnliche Kampagne wie Renovate Switzerland) freigesprochen, nachdem sie die Londoner Ringstrasse blockiert hatten; der zuständige Richter erklärte die Aktion für „verhältnismässig„. In der Schweiz ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich der Kampagne anzuschliessen! Die Zahl der Unterstützer von Renovate Switzerland hat sich seit April verdreifacht, aber je mehr wir sind, desto grösser ist die Chance, dass wir die Dinge in die richtige Richtung lenken können!

Nächste Informationsabende

Auch während der Aktionsphase werden Infoveranstaltungen durchgeführt:

Neu!
🔸In Freiburg: 11., 18. und 25. Oktober, 19-21 Uhr, Les Arsenaux, Route des Arsenaux 8.
🔸In Zürich: 11., 18. und 26. Oktober, 19-21 Uhr, Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1.
🔸in Bern: 12. und 26. Oktober, 19.00-21.00 Uhr, Denk:mal, Lagerweg 12.

Und ausserdem …

🔸in Genf: jeden Dienstag, 19-21 Uhr, L’Almacén, rue des Grottes 6.
🔸In Lausanne: jeden Donnerstag, 19-21 Uhr, im Pôle Sud, av. Jean-Jacques Mercier 3.
🔸In Biel: jeden Donnerstag, 19-21 Uhr, im Atomic Café, Bahnhofplatz 5.


🔸Online: jeden Mittwoch von 19.00 bis 21.00 Uhr. Melde dich hier an!

Da erfährst du mehr darüber, wie du dich der Aktion anschliessen kannst, aber auch über die Details der Forderung.

Arbeitskräfte sind das Herzstück des Problems

Die thermische Sanierung von Gebäuden ist eine wichtige Massnahme zur Senkung der CO2-Emissionen und des Energieverbrauchs. Derzeit herrscht in der Baubranche jedoch ein akuter Mangel an Arbeitskräften. Die Forderung von Renovate Switzerland zielt auf dieses Problem ab: Der Bundesrat soll eine Generalmobilmachung für die thermische Gebäudesanierung ausrufen und sofort 4 Milliarden Franken für die Umschulung von 100’000 Personen in Bauberufen bereitstellen. Konkret sollte der Bund Quereinsteiger unterstützen, indem er ihnen ein Stipendium in Höhe von 40.000 Franken zur Verfügung stellt, damit sie ein Jahr lang von ihrer Umschulung leben können. Diese Unterstützung würde es vielen von ihnen ermöglichen, den Schritt zu einem sinnvollen und zukunftsträchtigen Beruf zu wagen.

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