Nationalfeiertag: Zwei Sympathisanten von Renovate Switzerland unterbrechen die 1. August-Rede von Simonetta Sommaruga

Zwei Sympathisanten von Renovate Switzerland haben heute Abend die 1. August-Rede von Simonetta Sommaruga unterbrochen, die sie in Freiburg hielt. Sie haben das Wort kurz ergriffen und haben die Bundesrätin und die Schweizer Bevölkerung dazu aufgerufen, Verantwortung für die Klima- und Energiekrise zu übernehmen, bevor sie von den Sicherheitskräften abgeführt wurden. Aus Liebe zur Schweiz fordern sie einen nationalen Notfallplan, um bis 2040 eine Million Gebäude zu isolieren. Sollte die Schweizer Regierung dieser Forderung bis zum Herbst nicht nachkommen, werden sie ihre friedlichen Störungen intensivieren.

Eric Ducrey (46) und Max Voegtli (29) haben wenige Minuten nach Beginn der Rede, die Simonetta Sommaruga heute Abend in Freiburg hielt, die Bühne betreten. Mit dabei hatten sie ein Transparent mit der Aufschrift „Renovate Switzerland“. Sie haben das Wort kurz ergriffen und sich an Frau Bundesrätin Sommaruga und die Schweizer Bevölkerung gewendet. Sie machten darauf aufmerksam, dass die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag vor dem Hintergrund von Dürre, Hitzewellen, Ernteausfällen und Energieknappheit stattfinden. Angesichts dieser Bedrohungen und um das Land und die Möglichkeit, es jedes Jahr zu feiern, zu erhalten, rufen sie die Schweizer Gesellschaft dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass ein Notfallplan zur Reduzierung der Emissionen schnell umgesetzt wird: die Renovierung von einer Million Gebäuden bis 2040. Ein echtes nationales Projekt, von dem die gesamte Bevölkerung profitieren würde.

Gebäude aus Liebe zur Schweiz dämmen

Aus Respekt vor den Schweizer Institutionen und aus Liebe zur Schweizer Bevölkerung unterbrachen Max Voegtli und Eric Ducrey die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag. Europa steht in Flammen, die Schweiz trocknet aus, die Menschen ersticken und es droht eine Energie- und Nahrungsmittelknappheit. Die Wissenschaft ist sich einig: Die Menschheit befindet sich an einem entscheidenden Punkt. Noch ist es möglich, die Sicherheit und das Wohlergehen aller Menschen zu gewährleisten. Aber es muss schnell gehandelt werden. Die nächsten zwei bis drei Jahre werden entscheidend sein.

In seiner Rede zum 1. August, die Simonetta Sommaruga gestern in Saas-Balen (VS) hielt, sagte sie: „Wir können nicht einfach so weitermachen […] Wir müssen unser Schicksal selbst in die Hand nehmen […] mit dem Pioniergeist, der in der Vergangenheit vorherrschte”. Deshalb müssen wirksame Massnahmen zur Emissionsreduzierung ergriffen werden. Die Sympathisanten von Renovate Switzerland fordern die Isolierung von einer Million Gebäuden bis 2040. Ein solches nationales Projekt würde den Interessen der Schweizer Bevölkerung dienen: Energieeinsparungen und niedrigere Heizkosten, Schaffung von Arbeitsplätzen, Unabhängigkeit vom Ausland, Verbesserung des Wohlbefindens, Einhaltung internationaler Abkommen und Innovation.

“Es tut mir leid, dass ich die Rede von Frau Sommaruga und die Feier zum Nationalfeiertag unterbrechen muss. Ich wünsche mir, ich müsste das nicht tun, aber die Situation ist dringend: Unser Land wird von einer schweren Klima- und Energiekrise bedroht. Unsere Familien und alles, was wir lieben, ist in Gefahr! Wir müssen schnell handeln, sonst verlieren wir alles. Für mich ist es eine Geste der Liebe gegenüber meinem Land und der Schweizer Bevölkerung.”

Zitat von Max Voegtli, 29, kaufmännischer Angestellter

Eine in der Schweizer Verfassung verankerte Verantwortung

Die Sympathisanten von Renovate Switzerland fordern den Bundesrat und die Schweizer Bevölkerung auf, Verantwortung zu übernehmen. Die Grundlage für diese Verantwortung ist in der Bundesverfassung verankert: “im Bewusstsein der gemeinsamen Errungenschaften und der Verantwortung gegen­über den künftigen Generationen […] schützt die Schweizerische Eidgenossenschaftn die Freiheit und die Rechte des Volkes und wahrt die Unabhängigkeit und die Sicherheit des Landes.” Wenn die staatlichen Behörden durch ihre Untätigkeit die Rechte der Bürger gefährden, dann liegt es in der Verantwortung der Bürger, die Behörden aufzufordern, ihre Pflicht zum Schutz des Gemeinwohls zu erfüllen. Für die Sympathisanten von Renovate Switzerland ist es genau das, was den Einsatz gewaltfreier Aktionen sowohl notwendig als auch gerechtfertigt macht.

“Es ist nicht meine Absicht, dass ich heute Abend im Zentrum der Aufmerksamkeit stehe. Ich bin hier, um alle aufzufordern, sich ernsthaft die Frage zu stellen: Was werden wir tun, um die Zukunft unseres Landes und unserer Kinder zu retten? Wenn das bedeutet, dass wir uns auf die Autobahnen setzen, bis der Bundesrat verspricht, unsere Häuser zu isolieren, dann müssen wir das tun. Die Schweiz hat unseren Mut noch nie so sehr gebraucht.”

Zitat von Eric Ducrey, 46, Gewerkschaftssekretär

Die Kampagne geht weiter

Bis der Bundesrat verspricht, die Gebäuden der Schweiz zu dämmen – das ist die Massnahme, die am meisten Konsens findet und der gesamten Bevölkerung am meisten nützt – werden die Sympathisanten der Kampagne “Renovate Switzerland” die friedlichen Störungen intensivieren. Während des Sommers organisieren sie Informationsveranstaltungen in der ganzen Schweiz. Sie laden ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger dazu ein, sich über die Realität der Klimakrise und über gewaltfreie Aktionen als letzte Option zur Rettung all dessen, was ihnen lieb und wertvoll ist, zu informieren. Selbst Frau Bundesrätin Sommarugasagte anlässlich des 1. August: “Jetzt ist es an der Zeit, dass die heutige Generation handelt”. Ihr Kollege Alain Berset fügte hinzu: “Wir haben als Gesellschaft die Wahl. Die Wahl, uns diesen Herausforderungen zu stellen”.

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